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50 Milliarden-Dollar-Betrug: Madoff reißt Hedgefonds in den
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50 Milliarden-Dollar-Betrug: Madoff reißt Hedgefonds in den
Es ist ein absoluter Mega-Gau innerhalb der Hedgefonds-Industrie: Der Wall-Street-Broker und Ex-Chef der US-Technologiebörse Nasdaq Bernie Madoff, dessen Firma Madoff Securities eines der größten Brokerhäuser in New York war und auch hinter den Anlageerfolgen verschiedener Hedgefonds weltweit steckte, dürfte mit einem Schneeballsystem Investoren um 50 Milliarden Dollar betrogen haben.
Madoff hat laut Bloomberg gegenüber der Staatsanwaltschaft bereits zugegeben, dass sein Geschäft seit Jahren zahlungsunfähig sei. Leitenden Angestellten seiner Firma soll er laut Anklage eingestanden haben: „Es ist alles eine große Lüge … Im Grunde (war es) ein riesiges Schneeballsystem.“
Offensichtlich haben die enormen Verluste der vergangen Monate und die hohe Anzahl an Rücknahmen die Aufrechterhaltung von Madoffs System unmöglich gemacht. „Wenn die Verluste in Richtung 50 Milliarden US-Dollar gehen, wäre dies das größte Schneeballsystem in der Geschichte“, zeigt sich Mark Schonfeld, ehemaliger Leiter der US-Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) in New York gegenüber Bloomberg schockiert.
Weiterlesen: http://www.fondsprofessionell.de/redsys/newsText.php?sid=56310&nlc=DE
Madoff hat laut Bloomberg gegenüber der Staatsanwaltschaft bereits zugegeben, dass sein Geschäft seit Jahren zahlungsunfähig sei. Leitenden Angestellten seiner Firma soll er laut Anklage eingestanden haben: „Es ist alles eine große Lüge … Im Grunde (war es) ein riesiges Schneeballsystem.“
Offensichtlich haben die enormen Verluste der vergangen Monate und die hohe Anzahl an Rücknahmen die Aufrechterhaltung von Madoffs System unmöglich gemacht. „Wenn die Verluste in Richtung 50 Milliarden US-Dollar gehen, wäre dies das größte Schneeballsystem in der Geschichte“, zeigt sich Mark Schonfeld, ehemaliger Leiter der US-Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) in New York gegenüber Bloomberg schockiert.
Weiterlesen: http://www.fondsprofessionell.de/redsys/newsText.php?sid=56310&nlc=DE
Bernard L. Madoff: Vom Wall-Street-Pionier zum Milliarden-Betrüger?
New York (dpa) - Zeit seines Lebens war Bernard L. Madoff ein angesehener Mann. Ob im Golfclub in Florida oder beim Wohltätigkeitsball - stets soll der heute 70-Jährige von einer Schar begeisterter Anleger umgeben gewesen sein. Sie vertrauten ihm ihr Geld an - gerne auch einige Millionen oder mehr - und er sorgte für stabile Zinsen. Wer Geld bei Madoff anlegte, war wer in den Golf-Clubs von Boca Raton und Palm Beach, schreibt das «Wall Street Journal».
Doch nun löst sich das alles auf einmal in Rauch aus. Das ganze Geschäft sei eine einzige «große Lüge» gewesen, erzählte Madoff selbst nach Angaben der Ermittlungsbehörden. Ein «Schneeball-System» sorgte dafür, dass die Anleger ihre Zinsen bekamen - aus dem Geld, dass neue Kunden einzahlten. Das muss jahrelang gutgegangen sein.Offenbar, bis die Finanzkrise dem Geldzufluss ein Ende setzte.
Besonders perfide erscheint, dass Madoff viele Anleger persönlich in den Golf- und Country-Clubs geworden haben soll. Da geht es laut Medienberichten meist um kleine Millionen-Beträge. Zum Beispiel Geld, das aus Lebensversicherungen stammte oder geerbt war, oft die Absicherung für einen sorgenfreien Lebensabend. Das Geld ist nun wohl unwiderruflich verloren. Er habe nichts mehr, höchstens noch 200 bis 300 Millionen Dollar, soll Madoff nach Angaben der Ermittler bekannt haben.
Das große Spielgeld soll aber vor allem von Hedge-Fonds gekommen sein, schreibt die US-Wirtschaftspresse. Bisher ist unklar, wie schlimm welche Firma betroffen ist. Offenbar löste ein Kunde den rapiden Zusammenbruch aus, als er eine Einlage von sieben Milliarden Dollar zurückhaben wollte.
«Er (Madoff) ist einer der Pioniere der modernen Wall Street», sagte James Angel - Wirtschaftsprofessor der Washingtoner Princetown- Universität - der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Unter anderem habe seine Firma als eine der ersten automatische Handelssysteme für Aktiengeschäfte eingeführt. Der jahrelange Betrug soll über eine ausgelagerte Investment-Sparte gelaufen sein, deren Bücher Madoff unter Verschluss hielt.
Der Werdegang Madoffs liest sich wie eine klassische amerikanische Legende. Angeblich soll er seine Wall-Street-Firma 1960 mit 5000 Dollar gegründet haben. Das Geld habe er zusammengespart als Rettungsschwimmer und Installateur von Rasensprenklern. Seine zwei Söhne traten vor rund 20 Jahren in das Unternehmen ein. Dem «Wall Street Journal» zufolge sollen sie es denn auch gewesen sein, denen Madoff schließlich den Betrug offenbarte und die die Behörden informierten.
New York (dpa) - Zeit seines Lebens war Bernard L. Madoff ein angesehener Mann. Ob im Golfclub in Florida oder beim Wohltätigkeitsball - stets soll der heute 70-Jährige von einer Schar begeisterter Anleger umgeben gewesen sein. Sie vertrauten ihm ihr Geld an - gerne auch einige Millionen oder mehr - und er sorgte für stabile Zinsen. Wer Geld bei Madoff anlegte, war wer in den Golf-Clubs von Boca Raton und Palm Beach, schreibt das «Wall Street Journal».
Doch nun löst sich das alles auf einmal in Rauch aus. Das ganze Geschäft sei eine einzige «große Lüge» gewesen, erzählte Madoff selbst nach Angaben der Ermittlungsbehörden. Ein «Schneeball-System» sorgte dafür, dass die Anleger ihre Zinsen bekamen - aus dem Geld, dass neue Kunden einzahlten. Das muss jahrelang gutgegangen sein.Offenbar, bis die Finanzkrise dem Geldzufluss ein Ende setzte.
Besonders perfide erscheint, dass Madoff viele Anleger persönlich in den Golf- und Country-Clubs geworden haben soll. Da geht es laut Medienberichten meist um kleine Millionen-Beträge. Zum Beispiel Geld, das aus Lebensversicherungen stammte oder geerbt war, oft die Absicherung für einen sorgenfreien Lebensabend. Das Geld ist nun wohl unwiderruflich verloren. Er habe nichts mehr, höchstens noch 200 bis 300 Millionen Dollar, soll Madoff nach Angaben der Ermittler bekannt haben.
Das große Spielgeld soll aber vor allem von Hedge-Fonds gekommen sein, schreibt die US-Wirtschaftspresse. Bisher ist unklar, wie schlimm welche Firma betroffen ist. Offenbar löste ein Kunde den rapiden Zusammenbruch aus, als er eine Einlage von sieben Milliarden Dollar zurückhaben wollte.
«Er (Madoff) ist einer der Pioniere der modernen Wall Street», sagte James Angel - Wirtschaftsprofessor der Washingtoner Princetown- Universität - der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Unter anderem habe seine Firma als eine der ersten automatische Handelssysteme für Aktiengeschäfte eingeführt. Der jahrelange Betrug soll über eine ausgelagerte Investment-Sparte gelaufen sein, deren Bücher Madoff unter Verschluss hielt.
Der Werdegang Madoffs liest sich wie eine klassische amerikanische Legende. Angeblich soll er seine Wall-Street-Firma 1960 mit 5000 Dollar gegründet haben. Das Geld habe er zusammengespart als Rettungsschwimmer und Installateur von Rasensprenklern. Seine zwei Söhne traten vor rund 20 Jahren in das Unternehmen ein. Dem «Wall Street Journal» zufolge sollen sie es denn auch gewesen sein, denen Madoff schließlich den Betrug offenbarte und die die Behörden informierten.
Große Namen von Milliarden-Betrug an Wall Street betroffen
New York (dpa) - Von dem mutmaßlichen Milliarden-Betrug an der Wall Street sind laut einem Zeitungsbericht auch große Namen der Finanzwelt betroffen. So gehörten auch die französische Großbank BNP Paribas und die japanische Nomura über Geschäftsbeziehungen zu den Opfern des Finanziers Bernard L. Madoff, der laut Vorwürfen der Behörden ein gigantisches «Schneeball-System» betrieb, berichtete das «Wall Street Journal» am Samstag. Auch mehrere Unternehmen aus der Hedge-Fonds-Branche und Prominente wie der Eigentümer des Baseball-Teams New York Mets seien betroffen.
Der 70-jährige Madoff selbst hatte den US-Behörden zufolge das Volumen des Betrugs auf insgesamt 50 Milliarden Dollar beziffert. Das wäre der größte Betrugsfall der Geschichte. Den Vorwürfen zufolge war es ein klassisches Schneeball-System: Die Anleger bekamen die versprochenen hohen Zinsen - wohl acht bis zwölf Prozent im Jahr - aus dem Geld immer neuer Investoren. Demnach gestand Madoff den Betrug zwei seiner wichtigsten Angestellten - laut Zeitungsberichten waren es seine Söhne -, die anschließend die Behörden einschalteten.
Unter den Opfern des Betrugs sollen neben Hedge-Fonds und Super- Reichen auch kleinere Investoren sein, die erspartes oder geerbtes Geld für den Lebensabend angelegt haben. Das «Wall Street Journal» zitierte zum Beispiel einen Anwalt von 30 Investoren, deren Verluste eine Milliarde Dollar übersteigen könnten. In den Golf- und Country- Clubs, in denen Madoff verkehrte, galt er als Investment-Star. Zum Teil vertrauten ihm die Leute laut Medienberichten nahezu ihr gesamtes Erspartes an. Die «New York Times» berichtete von Familien, die alle ihre Rücklagen verloren haben. Eine Wohltätigkeits-Stiftung aus Massachusetts ist ihr gesamtes Geld los und muss schließen.
Das wirklich große Geld kam aber aus der Hedge-Fonds-Branche. So habe allein die Fairfield Greenwich Group, ein sogenannter «Hedge- Fonds-Fonds» - ein Unternehmen, dass Geld einsammelt, um es in Hedge- Fonds zu investieren - bei Madoff 7,5 Milliarden Dollar angelegt.
Zugleich wirft das plötzliche Auffliegen des Betrugs die Frage auf, wie ein so großes Schneeball-System über Jahre unentdeckt bleiben konnte. Madoffs Firma legte der Finanzaufsicht SEC alle erforderlichen Berichte vor. Auch Investoren bekamen regelmäßig Auszüge mit der Auflistung angeblich ausgeführter Geschäfte. Die SEC hatte bereits 1992 Madoffs Firma mit dem Verdacht auf ein Schneeball- System untersucht, jedoch keine Unregelmäßigkeiten gefunden. Immer wieder gab es auch Zweifel von Konkurrenten, denen das Geschäft Madoffs zu glatt lief, um wahr zu sein. Als Wirtschaftsprüfer beschäftigte er jahrelang eine winzige New Yorker Firma.
Das Eingeständnis eines Milliardenbetrugs durch Madoff selbst hat die US-Bundespolizei FBI und die SEC nun offenbar überrascht: Die schriftlichen Vorwürfe enthalten praktisch nur die Angaben, die er selbst im Gespräch mit seinen Mitarbeitern gemacht haben soll.
Madoff war zeitweise auch Verwaltungsratsvorsitzender der Technologiebörse NASDAQ und zählte seit Jahrzehnten zu den einflussreichen Figuren der Wall Street.
Den Behörden zufolge gestand Madoff, dass er nur noch 200 bis 300 Millionen Dollar übrig habe und sein Unternehmen ansonsten pleite sei. «Es war alles eine große Lüge», habe er gesagt. Madoffs Firma Bernard L. Madoff Investment Securities agierte vor allem als Broker an der Börse. Allerdings unterhielt er auch einen Investment-Arm, über den der Betrug gelaufen sein soll.
Presseberichten zufolge sind zahlreiche Investoren in Spanien betroffen. Nach Informationen der Madrider Wirtschaftszeitung «Expansión» vom Samstag liegt die Schadenssumme nach ersten Schätzungen bei rund drei Milliarden Euro. Zu den Opfern sollen demnach unter anderem Kunden der Vermöensverwaltungsgesellschaft Optimal und der Privatbank Banif zählen, die zur führenden Großbank Santander gehören. Die betroffenen Gesellschaften in Spanien hätten in Risikofonds investiert, die an Madoffs Wertpapierunternehmen gekoppelt gewesen seien.
New York (dpa) - Von dem mutmaßlichen Milliarden-Betrug an der Wall Street sind laut einem Zeitungsbericht auch große Namen der Finanzwelt betroffen. So gehörten auch die französische Großbank BNP Paribas und die japanische Nomura über Geschäftsbeziehungen zu den Opfern des Finanziers Bernard L. Madoff, der laut Vorwürfen der Behörden ein gigantisches «Schneeball-System» betrieb, berichtete das «Wall Street Journal» am Samstag. Auch mehrere Unternehmen aus der Hedge-Fonds-Branche und Prominente wie der Eigentümer des Baseball-Teams New York Mets seien betroffen.
Der 70-jährige Madoff selbst hatte den US-Behörden zufolge das Volumen des Betrugs auf insgesamt 50 Milliarden Dollar beziffert. Das wäre der größte Betrugsfall der Geschichte. Den Vorwürfen zufolge war es ein klassisches Schneeball-System: Die Anleger bekamen die versprochenen hohen Zinsen - wohl acht bis zwölf Prozent im Jahr - aus dem Geld immer neuer Investoren. Demnach gestand Madoff den Betrug zwei seiner wichtigsten Angestellten - laut Zeitungsberichten waren es seine Söhne -, die anschließend die Behörden einschalteten.
Unter den Opfern des Betrugs sollen neben Hedge-Fonds und Super- Reichen auch kleinere Investoren sein, die erspartes oder geerbtes Geld für den Lebensabend angelegt haben. Das «Wall Street Journal» zitierte zum Beispiel einen Anwalt von 30 Investoren, deren Verluste eine Milliarde Dollar übersteigen könnten. In den Golf- und Country- Clubs, in denen Madoff verkehrte, galt er als Investment-Star. Zum Teil vertrauten ihm die Leute laut Medienberichten nahezu ihr gesamtes Erspartes an. Die «New York Times» berichtete von Familien, die alle ihre Rücklagen verloren haben. Eine Wohltätigkeits-Stiftung aus Massachusetts ist ihr gesamtes Geld los und muss schließen.
Das wirklich große Geld kam aber aus der Hedge-Fonds-Branche. So habe allein die Fairfield Greenwich Group, ein sogenannter «Hedge- Fonds-Fonds» - ein Unternehmen, dass Geld einsammelt, um es in Hedge- Fonds zu investieren - bei Madoff 7,5 Milliarden Dollar angelegt.
Zugleich wirft das plötzliche Auffliegen des Betrugs die Frage auf, wie ein so großes Schneeball-System über Jahre unentdeckt bleiben konnte. Madoffs Firma legte der Finanzaufsicht SEC alle erforderlichen Berichte vor. Auch Investoren bekamen regelmäßig Auszüge mit der Auflistung angeblich ausgeführter Geschäfte. Die SEC hatte bereits 1992 Madoffs Firma mit dem Verdacht auf ein Schneeball- System untersucht, jedoch keine Unregelmäßigkeiten gefunden. Immer wieder gab es auch Zweifel von Konkurrenten, denen das Geschäft Madoffs zu glatt lief, um wahr zu sein. Als Wirtschaftsprüfer beschäftigte er jahrelang eine winzige New Yorker Firma.
Das Eingeständnis eines Milliardenbetrugs durch Madoff selbst hat die US-Bundespolizei FBI und die SEC nun offenbar überrascht: Die schriftlichen Vorwürfe enthalten praktisch nur die Angaben, die er selbst im Gespräch mit seinen Mitarbeitern gemacht haben soll.
Madoff war zeitweise auch Verwaltungsratsvorsitzender der Technologiebörse NASDAQ und zählte seit Jahrzehnten zu den einflussreichen Figuren der Wall Street.
Den Behörden zufolge gestand Madoff, dass er nur noch 200 bis 300 Millionen Dollar übrig habe und sein Unternehmen ansonsten pleite sei. «Es war alles eine große Lüge», habe er gesagt. Madoffs Firma Bernard L. Madoff Investment Securities agierte vor allem als Broker an der Börse. Allerdings unterhielt er auch einen Investment-Arm, über den der Betrug gelaufen sein soll.
Presseberichten zufolge sind zahlreiche Investoren in Spanien betroffen. Nach Informationen der Madrider Wirtschaftszeitung «Expansión» vom Samstag liegt die Schadenssumme nach ersten Schätzungen bei rund drei Milliarden Euro. Zu den Opfern sollen demnach unter anderem Kunden der Vermöensverwaltungsgesellschaft Optimal und der Privatbank Banif zählen, die zur führenden Großbank Santander gehören. Die betroffenen Gesellschaften in Spanien hätten in Risikofonds investiert, die an Madoffs Wertpapierunternehmen gekoppelt gewesen seien.
Viele Fragen nach Milliarden-Betrug an der Wall Street
Von Andrej Sokolow
New York/Hamburg (dpa) - Der Schock sitzt tief an der Wall Street nach dem offenbar größten Wirtschaftsbetrug der Geschichte. Was bisher bekannt ist, wirft viele Fragen auf. Wie konnte der heute 70-jährige Bernard L. Madoff unter den Augen der strengen Finanzaufsicht SEC und misstrauischer Konkurrenten über Jahre ein Schneeball-System betreiben, das auf ein beispielloses Volumen von 50 Milliarden Dollar angeschwollen sein soll? Wieso gingen alle Kontrollen ins Leere? Warum wurden alle Alarmsignale überhört?
Antworten sind vorerst nicht in Sicht. Denn obwohl die SEC Madoffs Firma schon 1992 zum ersten Mal direkt auf den Verdacht eines Schneeball-Systems untersuchte und 2005 sowie im vergangenen Jahr weitere Kontrollen folgten - die bisherigen Vorwürfe der SEC und der Bundespolizei FBI beruhen fast ausschließlich auf den eigenen Worten des mutmaßlichen Milliardenbetrügers. Und das meiste davon hat er nicht einmal den FBI-Agenten gesagt, sondern zwei seiner wichtigsten Mitarbeiter - laut Medienberichten handelt es sich um seine Söhne - die danach den Schwindel gemeldet haben. Haben sich die US-Behörden als unfähig erwiesen, einen Milliardenschwindel vor ihrer eigenen Nase zu bemerken?
Warnsignale gab es viele in den vergangenen Jahren. Die Geldanlage bei Madoff garantierte stabile acht bis zwölf Prozent Zinsen im Jahr - egal, wie sich die Märkte entwickelten. Unmöglich, sagten Kritiker und Konkurrenten. Schon 1999 schrieb Harry Markopolos, Mitarbeiter einer Konkurrenzfirma, der SEC unverblümt, er sehe in Madoffs Geschäften «das größte Schneeball-System der Welt». Den regelmäßigen Berichten von Madoffs Firma war zu entnehmen, dass sie nur wenige Aktien hielt - viel zu wenige für das Milliarden-Volumen, das sie haben sollte. Wenn dies jemandem auffiel, konterte Madoff, zur komplexen Geschäftsstrategie gehöre, die Aktien am Ende eines Quartals zu verkaufen.
Eine Investmentgesellschaft stimmte verdächtig, dass die angeblichen Milliardengeschäfte von einer winzigen New Yorker Firma geprüft werden. Eine Untersuchung ergab, dass der Wirtschaftsprüfer nur drei Mitarbeiter hatte, inklusiv einer Sekretärin. Die Investmentfirma riet seitdem ihren Kunden von Geschäften mit Madoff ab. Weitere Folgen gab es nicht.
Gier und Vertrauen waren die Waffen, mit denen Madoff in den vergangenen Jahren seine Anleger eroberte. Die Milliarden kamen vor allem von den Hedge-Fonds. Er galt aber auch als Geheimtip in den Golf- und Country-Clubs von Florida. Kunden gewannen neue Kunden - und verwiesen dabei auf ihre eigenen Gewinne als bestes Argument. Laut Medienberichten war es so etwas wie ein exklusiver Club, bei dem man stolz war dazuzugehören. «Die sind doch nur neidisch», habe sie gedacht als Freunde sie zu warnen versuchten, erinnert sich eine Madoff-Kundin heute im «Wall Street Journal». Die Frau hatte einige geerbte Millionen bei dem vermeintlichen Finanz-Genie angelegt und davon gelebt. Nun stellt sie sich darauf ein, sich wieder einen Job zu suchen.
Ein früherer Finanzanalyst, der mit elf Millionen Dollar Madoffs fast sein gesamtes Vermögen anvertraut hatte, gibt zu, dass er für den Finanzjongleur guten Gewissens viele neue Kunden geworben hat. «Bernie» habe immer gesagt: «Lass' sie klein einsteigen, und wenn sie ein Paar Jahre zufrieden sind, können sie mehr Investieren.» Die Spanne gehe vom Lehrer, der 50 000 Dollar anlegt, bis zum Unternehmer, der gleich mit mehreren Millionen dabei ist.
In den USA kennt man das Schneeball-System unter dem Namen «Ponzi Scheme». Der italienische Einwanderer Charles Ponzi hatte das Betrugsprinzip zwar nicht erfunden, aber berühmt gemacht. 1920 versprach er in Boston in 45 Tagen einen Gewinn von 50 Prozent, und in 90 Tagen eine Verdoppelung des Einsatzes. Bis der Schwindel zusammenbrach hatte er bei rund 40 000 Menschen 15 Millionen Dollar eingesammelt. Das wären in heutigem Geld etwa 162 Millionen, rechnete das «Wall Street Journal» vor. Hedge-Fonds-Milliarden gab es damals noch nicht.
Von Andrej Sokolow
New York/Hamburg (dpa) - Der Schock sitzt tief an der Wall Street nach dem offenbar größten Wirtschaftsbetrug der Geschichte. Was bisher bekannt ist, wirft viele Fragen auf. Wie konnte der heute 70-jährige Bernard L. Madoff unter den Augen der strengen Finanzaufsicht SEC und misstrauischer Konkurrenten über Jahre ein Schneeball-System betreiben, das auf ein beispielloses Volumen von 50 Milliarden Dollar angeschwollen sein soll? Wieso gingen alle Kontrollen ins Leere? Warum wurden alle Alarmsignale überhört?
Antworten sind vorerst nicht in Sicht. Denn obwohl die SEC Madoffs Firma schon 1992 zum ersten Mal direkt auf den Verdacht eines Schneeball-Systems untersuchte und 2005 sowie im vergangenen Jahr weitere Kontrollen folgten - die bisherigen Vorwürfe der SEC und der Bundespolizei FBI beruhen fast ausschließlich auf den eigenen Worten des mutmaßlichen Milliardenbetrügers. Und das meiste davon hat er nicht einmal den FBI-Agenten gesagt, sondern zwei seiner wichtigsten Mitarbeiter - laut Medienberichten handelt es sich um seine Söhne - die danach den Schwindel gemeldet haben. Haben sich die US-Behörden als unfähig erwiesen, einen Milliardenschwindel vor ihrer eigenen Nase zu bemerken?
Warnsignale gab es viele in den vergangenen Jahren. Die Geldanlage bei Madoff garantierte stabile acht bis zwölf Prozent Zinsen im Jahr - egal, wie sich die Märkte entwickelten. Unmöglich, sagten Kritiker und Konkurrenten. Schon 1999 schrieb Harry Markopolos, Mitarbeiter einer Konkurrenzfirma, der SEC unverblümt, er sehe in Madoffs Geschäften «das größte Schneeball-System der Welt». Den regelmäßigen Berichten von Madoffs Firma war zu entnehmen, dass sie nur wenige Aktien hielt - viel zu wenige für das Milliarden-Volumen, das sie haben sollte. Wenn dies jemandem auffiel, konterte Madoff, zur komplexen Geschäftsstrategie gehöre, die Aktien am Ende eines Quartals zu verkaufen.
Eine Investmentgesellschaft stimmte verdächtig, dass die angeblichen Milliardengeschäfte von einer winzigen New Yorker Firma geprüft werden. Eine Untersuchung ergab, dass der Wirtschaftsprüfer nur drei Mitarbeiter hatte, inklusiv einer Sekretärin. Die Investmentfirma riet seitdem ihren Kunden von Geschäften mit Madoff ab. Weitere Folgen gab es nicht.
Gier und Vertrauen waren die Waffen, mit denen Madoff in den vergangenen Jahren seine Anleger eroberte. Die Milliarden kamen vor allem von den Hedge-Fonds. Er galt aber auch als Geheimtip in den Golf- und Country-Clubs von Florida. Kunden gewannen neue Kunden - und verwiesen dabei auf ihre eigenen Gewinne als bestes Argument. Laut Medienberichten war es so etwas wie ein exklusiver Club, bei dem man stolz war dazuzugehören. «Die sind doch nur neidisch», habe sie gedacht als Freunde sie zu warnen versuchten, erinnert sich eine Madoff-Kundin heute im «Wall Street Journal». Die Frau hatte einige geerbte Millionen bei dem vermeintlichen Finanz-Genie angelegt und davon gelebt. Nun stellt sie sich darauf ein, sich wieder einen Job zu suchen.
Ein früherer Finanzanalyst, der mit elf Millionen Dollar Madoffs fast sein gesamtes Vermögen anvertraut hatte, gibt zu, dass er für den Finanzjongleur guten Gewissens viele neue Kunden geworben hat. «Bernie» habe immer gesagt: «Lass' sie klein einsteigen, und wenn sie ein Paar Jahre zufrieden sind, können sie mehr Investieren.» Die Spanne gehe vom Lehrer, der 50 000 Dollar anlegt, bis zum Unternehmer, der gleich mit mehreren Millionen dabei ist.
In den USA kennt man das Schneeball-System unter dem Namen «Ponzi Scheme». Der italienische Einwanderer Charles Ponzi hatte das Betrugsprinzip zwar nicht erfunden, aber berühmt gemacht. 1920 versprach er in Boston in 45 Tagen einen Gewinn von 50 Prozent, und in 90 Tagen eine Verdoppelung des Einsatzes. Bis der Schwindel zusammenbrach hatte er bei rund 40 000 Menschen 15 Millionen Dollar eingesammelt. Das wären in heutigem Geld etwa 162 Millionen, rechnete das «Wall Street Journal» vor. Hedge-Fonds-Milliarden gab es damals noch nicht.
Der Gästezugriff auf dieses Forum wurde limitiert. Insgesamt gibt es 47 Beiträge in diesem Thema.
Um sie alle lesen zu können müssen Sie sich vorher mindestens kostenlos registrieren.








